Stadtansichten: Berlin

Ich hatte eine Zeit, das ist noch gar nicht so lange her, da ging mir Berlin gewaltig auf den Keks. Angefeuert von all den Menschen, die nur noch nach Berlin kamen, weil es so fürchterlich cool ist (sich dann aber gar nicht so cool benahmen, als sie einmal hier waren), der Kreativ-Blase, in der sich das Interesse nur noch auf jene zu fokussieren schien, die dreieckige Kekse backen oder T-Shirts aus Hundehaar fertigen (ich glaube, es war die Süddeutsche Zeitung die das irgendwann sehr treffend „Kreativität-Hysterie“ nannte) und den super-individuellen Events, bei denen man sich mit 200 Menschen um einen mittelmäßigen Taco prügeln musste, wollte ich an vielen Tagen einfach nur noch eins: Weg hier!

Es gibt immer noch Tage, an denen ich dieses Gefühl verspüre, aber sie sind weit weniger geworden. Viel häufiger stehe ich inzwischen in meiner Heimatstadt, in meinem Heimatbezirk und sehe etwas, das mich freut. Das hübsche Stück Street Art zum Beispiel, das unkompliziert an der Wand prangt. Das wilde Wetterleuchten an der Spree, von dem ich nicht aufhören kann, Fotos zu machen. Oder auch die schöne neue Weinbar tief in Hipster-Neukölln, aus der ich erst am nächsten Morgen wieder fallen möchte… Wie bei jeder großen Liebe ist es wohl so, dass sie manchmal weggeht, um anschließend umso gewaltiger wieder auf dich hineinzubrechen. Diesem Gefühl soll jetzt natürlich auch endlich eine Bilderserie über meine Heimat Berlin gewidmet werden. Fotos, die ihr wahrscheinlich schon mal gesehen habt, wenn ihr mich auf Instagram kennt…

Berlin2016

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