Sevilla: Tapas

Modern und variantenreich

 

eslava02Eslava: Die besten Tapas hatte ich in der Bar Eslava (übrigens auch mit schickem Restaurant, das ich nur von der Außensicht kenne). Ein schmaler Laden, ein paar Tische auf der Straße – hier geht es handfest zu. Das Essen schlichtweg: Hervorragend. Die Tapas-Größen sind eher klein, daher pro Person mindestens drei bestellen. Zum Beispiel die Muscheln in unterschiedlichen Varianten – wir haben uns für die aromatischen Stabmuscheln entschieden. Das klassische andalusische Fleischgericht Carrillada ist hier zum Niederknien. Wir haben es gleich ein zweites Mal bestellt, die zarten und saftigen Schweinbäckchen zerfallen fast auf der Gabel. Die Begleiter schwärmten sehr von der Foie Gras, auf die ich lieber verzichtet habe. Wunderbar auch: ein kleines Zucchini-Törtchen, das an eine gemüsereiche Tortilla erinnert hat. Auf keinen Fall auf den Nachtisch verzichten! Wer zu mehreren unterwegs ist, sollte sich unbedingt den gemischten Nachtischteller teilen. Wer lieber was für sich alleine hat: der Schokoladenkuchen mit Orange war mein Favorit.

Eslava 3, 41002 Sevilla // Di bis Sa von 12.30-1 Uhr, So von 12.30-16.30 Uhr

brunilda01La Brunilda: In einer ruhigen Seitenstraße westlich vom Zentrum liegt La Brunilda. Im modern und hell eingerichteten Ambiente herrscht schon zur Mittagszeit Hochbetrieb. Viele davon sind Touristen – kein Wunder, liegt die Tapas Bar bei Tripadvisor in der Rangliste der beliebtesten Restaurants auf Platz 2. Das heißt aber keineswegs, dass man einen Bogen um La Brunilda machen sollte. Denn: Auch viele Einheimische finden ihren Weg hierher. Und: Das Essen ist hervorragend. Zwei Portionen machen wunderbar satt: Ich hatte einen zart-cremigen Burrata mit selbstgemachtem Pesto und Tomaten, danach ein wunderbares Thunfisch Tataki mit Couscous und Gemüse. Der Service ist zudem überaus aufmerksam und freundlich – wie (fast) überall in Sevilla.

Calle Galera 5, 41002 Sevilla // Di bis Sa von 13-16 Uhr und von 20.30-23.30 Uhr, So von 13-16 Uhr

azotea01La Azotea: Erst zwei Tage nach meinem Besuch in der Azotea habe ich gelernt, dass es sich um eine Kette von Tapas Bars handelt, vier Filialen gibt es in der Stadt. Ich habe das Restaurant am Mateos Gago nahe der Kathedrale besucht. Hier herrscht immer reger Betrieb, aber wenn’s voll ist, kann man sich auf eine Liste setzen lassen und noch eine Runde um das berühmte gothische Bauwerk drehen. Es gibt unterschiedliche Salate – die Variante mit Garnelen-Carpaccio ist wunderbar! – und klassische Gerichte, modern zubereitet. Sehr empfehlenswert sind der Pulpo a la feira und die Carrillada ibérica. Ein Detail, das mich sehr erfreut hat, sind auch die schönen Gläser, in denen das frisch gezapfte Bier an den Tisch kommt. Zwei halbe Portionen sind hier eine gute Menge pro Person. Wenn danach noch Platz ist: Auch der Nachtisch lohnt sich!

Mateos Gago 8, 41004 Sevilla // Di bis Sa von 13-17 Uhr und von 20-0 Uhr

cincojotas01Cinco Jotas: Die bekannteste und wahrscheinlich auch teuerste Schinkenmarke in Sevilla stammt von Cinco Jotas (bedeutet so viel wie: Fünf J). Und ohne Frage: Der Schinken – den man keulenweise übrigens auch online bestellen kann – ist hervorragend. Aber auch die anderen Gerichte lohnen sich hier sehr, so unter anderem ein zarter Pulpo mit schwarzem Reis oder die Carrillada. Außerdem gibt es hier eine schöne Weinauswahl und einen sehr aufmerksamen und geduldigen Service. Beim Essen im Cinco Jotas bezahlt man den Namen und das weit verzweigte Filialnetz von Cinco Jotas rund um den Globus sicher ein bisschen mit. Das hervorragende Essen war aber ohne Frage jeden Euro wert.

Calle Albareda 15, 41001 Sevilla // Mo bis Fr von 20-0 Uhr, Sa und So von 12-0 Uhr

maquilaMaquila Bar: Nahe der trubeligen Plaza Alameda liegt in einer ruhigen Seitenstraße die Maquila Bar. Hell und freundlich, mit dem klassischen „Bar-Fenster“ zur Straße hinaus, das man in Sevilla überall sieht. Die Macher haben sich auf allerlei Craftbeer-Sorten spezialisiert, sechs gibt es hier vom Fass, dazu eine große Auswahl weiterer Bierspezialitäten aus der Flasche. Dazu werden in der Maquila Bar leckere, deftig-fleischlastige Tapas gereicht. Der Waldorf-Salat und das langsam gegarte Schwein auf Couscous waren eine schöne Begleitung zum leckeren Bier. Und dass auch hier der Service aufmerksam und freundlich war, muss ich wahrscheinlich schon gar nicht mehr dazu sagen.

Calle Delgado 4, 41002 Sevilla // Mi bis So von 13-17 Uhr und von 20-0 Uhr, Di von 20-0 Uhr

mercado_barranco01Mercado Lonja del Barranco: Direkt am Ufer des Kanal Name liegt der helle, moderne Mercado Lonja del Barranco. Hier gibt es zahllose Essensstände – mir schien fast so: für jeden Geschmack einen. Denn neben einem reinen Pulpo-Stand (das hat mich am meisten beeindruckt!) kann man hier Paella und Risotto, Burger und Sushi, Croquetas, Käseplatten und Fisch-Carpaccio essen. Dann noch ein Getränk holen, am besten einen schönen Platz draußen suchen und mit Blick auf Triana das Mittags- oder Abendmahl genießen!

Calle Arjona (direkt an der Puente de Triana), 41001 Sevilla // So-Do von 10-0 Uhr, Fr und Sa von 10-2 Uhr

 

Klassisch und einfach

mercado_triana03Mercado de Triana: Direkt auf der anderen Flussseite befindet sich eine weitere Markthalle – der Mercado de Triana. Er ist quasi das klassisch-einfache Gegenstück zum Mercado Lonja del Barranco. Hier kann man direkt an den Marktständen ein Stück Fisch oder eine Tüte Schinken (ja, tatsächlich!) genießen. Zwar gibt es keine so schönen Außen-Sonnen-Plätze wie auf der anderen Seite des Kanals. Das Essen jedoch ist typisch, lecker und sympathisch. Ein guter Ort vor allem für die Mittagszeit. Und wenn ihr euch nicht entscheiden könnt, welcher Mercado es sein soll? Essen kann man in beiden gut – einfach schauen und die Stimmung entscheiden lassen!

Calle San Jorge 6, 41010 Sevilla // Mo bis Sa von 10-0 Uhr, So von 12-17 Uhr

taberna01La Taberna: Die einzige Tapas-Bar in Sevilla, in der ich zwei Mal war. Liegt nicht unbedingt am Essen, das einfach und gut, aber nicht überragend ist. Hier gibt es das Klassische vom Klassischen: Salmoreja, Kichererbsen mit Spinat, gefüllte Champignons viel Frittiertes, viel Sauce. Der Laden ist sehr sympathisch, der Service unglaublich freundlich und die Stimmung vor allem zur Ausgehzeit wild und fröhlich. Am besten zur Mittagszeit für ein einfaches und günstiges Mahl oder aber für das erste Getränk des Abends hingehen, das wilde Treiben beobachten, ein bisschen Schinken dazu knabbern und dann fürs richtige Essen weiterziehen. Wer hier satt werden will, sollte mindestens drei Tapas bestellen.

Calle Gamazo 6, 41001 Sevilla // Mittags und abends (mehr konnte ich leider nicht herausfinden)

rinconcillo01El Rinconcillo: Das El Rinconcillo ist die älteste Tapas-Bar der Stadt (so viel ist sicher) und die Älteste Spaniens (sagen zumindest die Betreiber, meine Spanischlehrerin war sich da nicht so sicher), in der sich deswegen viele Touristen finden (aber auch Einheimische). Vom Essen sollte man hier nicht allzu viel erwarten – am besten etwas Klassisches nehmen, bei dem nicht viel schief gehen kann… – aber die Stimmung hier und die eigenwilligen Kellner sollte man auf keinen Fall verpassen. Die Rechnung wird übrigens mit Kreide auf der Bar notiert! Auch hier gilt: Eignet sich vor allem für ein Getränk und einen kurzen Happen in schöner Atmosphäre – nicht für eine komplette Mahlzeit.

Calle Gerona 40, 41003 Sevilla // Mo bis So 13-1.30 Uhr

colonialesTaberna Coloniales: Auf drei Etagen erstreckt sich die Taberna Coloniales – direkt am Eingang wird eine Etage zugewiesen. Wir fanden uns auf der zweiten Etage wieder, wo hektische Kellner mit Freisprechanlagen es kaum erwarten konnten, unsere Bestellung aufzunehmen. Diese Bar ist auf eine schnelle Abfertigung vieler Menschen ausgerichtet, die Stimmung aber ist wild und ausgelassen (und man wird auch nicht davongejagt, wenn man aufgegessen hat). Achtung: Die Portionen sind hier sehr groß. Zu zweit sollte man nicht mehr als zwei bis drei Media Raciones bestellen, vor allem die Fleischgerichte sind sehr umfangreich. Von den klassischen Fleischgerichten würde ich hier eher abraten. Sehr lecker sind die frittierten Auberginen mit Honig und der marinierte Oktopus.

Calle Fernández y González 36, 41001 Sevilla // Mo-So von 12.30-0.15 Uhr

 

Und sonst noch?

freiduraFreidura Puerta de la Carne: In Sevilla wird viel frittiert – in der Freidura sogar fast alles. Es gibt zahlreiche Frittierstuben dieser Art in der Stadt. Mein Liebling war die Freidura Puerta de la Carne in der Calle Santa María la Bianca. Die Einrichtung hat zwar ein bisschen was von Fast Food, doch der frittierte Fisch aus der Tüte war heiß und knusprig, saftig und zart. So wie er sein soll eben. Bei gutem Wetter einfach eine Tüte holen und am Ufer des Kanals genießen!

Calle Santa María la Blanca 36, 41004 Sevilla // Mo bis So von 11.30-16 und von 19-0 Uhr

 

essen01ConTenedor: Ein Ort darf auf die Liste, den ich nicht selbst besucht habe: das Slow Food-Restaurant ConTenedor. Warum es drauf soll? Das Restaurant ist eine Empfehlung meiner Spanischlehrerin. Und ich bin mir sehr sicher: Wenn es mir gefällt, gefällt es euch auch. Im ConTenedor gibt es Ceviche vom Pulpo, Tartar vom Lachs und knusprigen Reis mit Pilzen und Ente. Für alle, die kein spanisch sprechen: ConTenedor ist übrigens ein Wortspiel. „Contenedor (de basura)“ ist eigentlich das spanische Wort für „Mülleimer“. „Con Tenedor“ heißt hingegen: „Mit (der) Gabel“.

Calle San Luis 50, 41003 Sevilla // Mo bis Do von 20-23 Uhr, Fr bis So von 13.30-16.30 und von 20-23 Uhr

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