Die 5 schönsten Städte 2015

Es war ein Jahr vieler schöner Städte. Abwechslungsreicher Städte. Toller Erfahrungen. Allein nach Kopenhagen, in der Horde nach Lissabon. Vom Norden bis in den südlichsten Zipfel Siziliens, wo mindestens vier Städte – Noto, Modica, Palermo und Syrakus – um den Einzug in diese Liste buhlten. Welche es geworden ist und warum, lest ihr hier: Ein persönlicher Jahresrückblick der fünf schönsten Städte 2015.

Paris

In den vergangenen zehn Jahren war ich jedes Jahr mindestens einmal in Paris. Dreimal habe ich auch schon geschafft innerhalb von zwölf Monaten, das war 2009. Und egal, wie oft ich dort bin, die Schöne an der Seine verliert für mich nichts von ihrem Zauber. Ganz im Gegenteil. Mit jedem Aufenthalt kommen neue Orte hinzu, die man beim nächsten Mal wieder besuchen möchte. 2015 waren das zum Beispiel das schöne Street Art-Werk der Gang des Potelets und das hervorragende Restaurant Yard. Dass die vielen Neuentdeckungen die Aufenthalte in Paris jedes Mal länger machen, versteht sich irgendwie von selbst…

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Zwei Mal war ich 2015 in Paris, einem spontanen Sommertrip im August folgten zehn schöne Tage im Herbst. Dann kamen die Anschläge im November. Und Terror fühlte sich auf einmal näher an als jemals zuvor. In Straßen, auf denen wir im Oktober noch zufrieden schlenderten, wurden nur Wochen später Menschen niedergemetzelt. Für ihren Alltag, ihren Lebensstil. Unfassbar, noch immer. Fluctuat nec mergitur. Sie schwankt, aber sie geht nicht unter. Schrieb danach nicht nur ein Künstler oder Aktivist den Leitspruch der Stadt auf ein spontanes Werk. Liberté! Fraternité! Egalité! Du bist nicht arm an sinnvollen Worten. À bientôt, Paris.

Sevilla

Das erste Mal war ich mit 18 in Sevilla. Ich muss zugeben: Daran kann ich mich kaum noch erinnern. Sehr sicher bin ich mir allerdings, dass ich mich an den Aufenthalt 2015 sehr lange und sehr lebhaft erinnern werde. Wegen der vielen zauberhaften Menschen, die ich dort kennengelernt habe – und von denen ich bei jeder Tour durch die Stadt mindestens einen getroffen habe. Wegen des wunderbaren Essens an allen Ecken und der guten Stimmung, in der es genossen wurde. Wegen der überraschend farbenfrohen und künstlerischen Rollläden, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Nicht zuletzt natürlich wegen der beeindruckenden Bauwerke, die man besuchen kann, und die mit Superlativen nicht geizen – so die größte gothische Kirche weltweit zum Beispiel oder die größte Holzkonstruktion, auch weltweit versteht sich.

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Eigentlich wollte ich meine Zeit in Sevilla für Ausflüge nutzen, vorher. Mal ans Meer fahren, zum Beispiel nach Cadiz. Mal nach Granada fahren, die berühmte Alhambra besuchen. Die ich mit 18 auch besucht hatte, mit lebhafter Erinnerung daran bis heute. Aber als ich dann in Sevilla war, wollte ich gar nicht mehr da weg. Auch nach zwei Wochen übrigens nicht.

Syrakus

Ganz ehrlich: ein Zufallsfund. Wir wollten nach Sizilien, sind wir auch. Wir wollten eine erste Station in der Nähe von Catania, hatten wir auch. Wir wollten in ein Hotel in der Pampa, zum Ankommen, Entspannen, sind wir nicht. Die schlechten Bewertungen haben uns davon getrieben, wir denken zu Recht. Nicht zuletzt, weil sie uns dann doch direkt nach Syrakus geführt haben, das lag einfach so praktisch nebenan. Hier, im südöstlichen Zipfel Siziliens scheint an vielen Orten die Zeit stehen geblieben zu sein. Auf der herrschaftlich rekonstruierten Piazza Duomo zum Beispiel, wo sich in der Abendsonne wunderbar ein erstes Bier genießen lässt.

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Mir gefiel Syrakus immer dort am besten, wo der Zahn der Zeit offensichtlich an der Stadt genagt hatte. An den ausgewaschenen Hausfassaden, die noch ein wenig vom Glanz vergangener Zeiten verrieten und eine ganz eigene Schönheit zeigten. Dort, wo das Leben einfach und gleichzeitig so ideenreich war. Beim Baden im Meer von einem Klettergerüst aus, provisorisch und doch stabil ins Meer gerammt. Dort, wo die Leidenschaft für gute Küche die hervorragenden Zutaten der Insel traf. Bei einem vielfältigen Fischcarpaccio in den Gassen der Stadt oder einer Mandelgranita in der heißen Mittagssonne.

München

Ja, ja, ich kann mir eure ungläubigen Blicke schon vorstellen! München? Bloß nicht! Aber doch, ich stehe dazu, München war für mich eine der schönsten Städte im vergangenen Jahr. Und bevor ihr euch jetzt sofort entsetzt abwendet, kann ich schon mal vorwegschicken: Ich habe München gehasst, jahrelang. War Team Berlin, fast schon immer. Habe über alles geschimpft, was so unsympathisch ist an der bayerischen Hauptstadt. Am liebsten über die ignoranten und arroganten Autofahrer in über-dicken BMWs. Und trotz allem hab ich da sogar mal gewohnt, in meinen Augen damals viel zu lang.

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Ja, München hat seine vielen negativen Seiten, ohne Frage. Aber mal ehrlich: Die hat (fast) jede Stadt (in Syrakus hab ich keine gefunden). Und München hat viele schöne Seiten, die man vielleicht erst mit zunehmendem Alter wirklich zu schätzen weiß. Die Nähe zu vielen pittoresk-schönen Seen und uralten Brauereien. Der Ausblick auf die schneebedeckten Alpen hinter der Frauenkirche mitten im Sommer, wenn man auf dem Dach der Technischen Universität ein (übrigens recht günstiges) Hefeweizen genießt. Die Biergärten, in die man das Essen selbst mitbringen kann, was aus jedem Abend ein Picknick mit Freunden macht. Vielleicht muss ich im Winter noch mal vorbeischauen und prüfen, ob meine neu erwachte Liebe zu München dann Bestand haben kann. Im Sommer aber bin ich sehr ungern wieder weggefahren.

Kopenhagen

Um den fünften Platz haben zwei Städte recht erbittert gestritten: Fiesole und Kopenhagen. Die dänische Hauptstadt hatte einen hauchdünnen Vorsprung – vielleicht auch, weil Italien schon einen Vertreter vor Ort hatte. Mein erster Besuch in Dänemark. Meine erste Begegnung mit den süchtig machenden kanelsnegl. Mein erstes Smørrebrød. Röm-töm-töm-töm.

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Überrascht war ich vor allem vom Ausmaß der kulinarischen Genüsse (ja, ja, ich weiß, dass das Noma in Kopenhagen ist). Vor allem die verschiedenen Varianten des Smørrebrød haben es mir angetan, am liebsten mit einem leckeren dänischen Craft Beer. Aber auch davon abgesehen hat Kopenhagen deutlich mehr gutes Essen zu bieten als ich vorher gedacht hatte. Angetan war ich auch vom Ausmaß der dänischen Freundlichkeit. Im Supermarkt, am Bahnhof, im Café, in der Touristenauskunft – überall und egal wo, ich wurde ausnehmend freundlich behandelt.

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