Guide: San Sebastián

Die höchste Dichte an Sternerestaurants findet sich nicht in Frankreich, nicht in Italien, nein, in Spanien!IMG_2368 Genauer gesagt: In Donostia-San Sebastián. Die Stadt mit nicht einmal 200.000 Einwohnern unweit der französischen Grenze zählt alleine drei Restaurants mit drei Sternen. Davon angespornt versuchte einmal ein Redakteur des SZ-Magazins, elf Michelin-Sterne in drei Tagen zu essen.

Wir haben es bei drei Sternen (an einem Abend) belassen und dafür das Akelare ausgesucht. Malerisch auf einem Hügel nur wenige Kilometer abseits der Stadt gelegen, ist schon der Ausblick aus dem vollverglasten Betonbau sterneverdächtig. Vom Essen natürlich ganz zu schweigen. Zu sagen, das war „ein Erlebnis“ ist untertrieben. Einzig die Kalbsleber, die recht rot daher kam und nur Körpertemperatur hatte, brauchte etwas Überwindung. Ansonsten haben wir das Degustationsmenü vom phantasievollen Gruß aus der Küche bis zum Espresso genossen – und eine Flasche guten weißen Rioja, der zu einem mehr als fairen Preis auf den Tisch kam.

Pintxos – das Glück in Happen

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Man muss in San Sebastián aber nicht in Sternerestaurants essen, um kulinarisch glücklich zu werden. Berühmt ist die Stadt am Atlantik auch für die Pintxos, kleine Snacks in allen erdenklichen Varianten. Ihr Name leitet sich übrigens vom spanischen Wort für „Spieß“ (pincho) ab, denn davon werden die meisten auch zusammengehalten. In jeder Bar der Altstadt werden sie zum abendlichen Getränk gereicht. Kaum verlässt man die eine Bar, kann man direkt die nächste ansteuern. Und wie beim Apéritivo in Turin das Abendessen eigentlich ausfallen lassen. Anders als in Turin bezahlt man in San Sebastián für die einzelnen Pintxos – in der Regel aber einen mehr als fairen Preis. Bier und Wein dazu sind außerdem sehr günstig. Einfach eintauchen und genießen! Jeder findet hier seine Lieblings-Pintxo-Bar.

Beim zweiten San Sebastián-Trip im Juli 2016 habe ich ein paar Lieblinge in Sachen Pintxos eingesammelt. Das ist zunächst die Bar A Fuego Negro, die 2016 ihren zehnten Geburtstag mit den besten Gerichten der vergangenen Dekade feiert. Bei uns waren das unter anderem ein hervorragender kleiner Burger mit Kobe-Beef und ein wunderbares Bonito-Wassermelonen-Tatar (köstlich war übrigens jedes Gericht). Hervorragend ist hier übrigens nicht nur das Essen, sondern ebenso das Preis-Leistungs-Verhältnis. Für 50 Euro kann man hier zu zweit sehr satt, zufrieden und weinselig werden.

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Unbedingt ausprobieren solltet ihr außerdem die köstlichen Fisch- oder Fleischspieße in der Bodega Donostiarra. Der Laden ist wuselig und zu den Stoßzeiten meistens sehr voll. Man kann reservieren, wenn man will. Wir haben es uns an der Bar gemütlich gemacht und das wilde Treiben beobachtet. Und gegessen! Natürlich. Egal ob Tortilla, Tomatenbrot oder Ibéricoschinken – hier kommt jeder auf seine Kosten. Nicht zu vergessen die wunderbaren Spieße…

Und noch ein kleiner Liebling: In den Gassen der Altstadt findet ihr Goiz-Argi. Hier lässt sich der Abend mit kleinen, eher klassischen Pintxos wunderbar starten. Unbedingt die Gambas probieren – es ist kein Wunder, dass die hier im Minutentakt über den Tresen gehen… Dazu eine Portion Pimientos und ein eisgekühltes Bier, dann ist euch ein guter Beginn des Abends ist sicher.

Ein Hotel, eine Pension

IMG_2388Übernachtet haben wir im Hotel de Londres y de Inglaterra, das direkt an der Badebucht von San Sebastián, la Concha (zu deutsch: die Muschel), liegt. Ein prachtvoller Bau mit wunderschönen Zimmern im Zentrum der Stadt. Hier muss man etwas Glück haben, gerade in den Sommermonaten (und vor allem zum Kulturhauptstadt-Jahr 2016) sind die Zimmer leider sehr teuer.

Durch Zufall entdeckt haben wir beim letzten Besuch die Pensión Aldamar. Sehr praktisch gelegen in unmittelbarer Innenstadtnähe, habe ich mich auf den ersten Blick in das schlichte und doch charmante Guest House verliebt. Beim nächsten Besuch wird hier probegeschlafen!

Stadt am Meer

SanSebastian03_kleinEine Stadt am Meer, auch das macht San Sebastián natürlich so besonders. Zwei Strände, noch dazu. Ein Rathaus, das früher mal ein Spielkasino war. Und eine Stadt, in der man den ganzen Tag wunderbar zu Fuß unterwegs sein kann. Wer ein bisschen weiter laufen möchte, sollte unbedingt auf den Monte Urgull steigen – von hier hat man einen wunderbaren Blick auf den östlichen Strand und die Altstadt.

Und für jene, die etwas länger als wir in der Stadt sind: Das Museo Guggenheim Bilbao liegt übrigens nur etwa 100 Kilometer entfernt…

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