Die 5 schönsten Städte 2016

Mit dem Jahresrückblick auf die fünf schönsten Städte habe ich mich 2015 selbst überrascht: München war dabei. Eine Stadt, gegen die ich in den 90er Jahren eine so erhebliche Abneigung entwickelt hatte, dass sie sich bis 2015 fortsetzen konnte. Dass sie sich nicht nur verflüchtigt hat, sondern sogar ins Gegenteil umgeschlagen ist, habe ich tatsächlich erst beim Verfassen des Artikels gemerkt. Antrieb genug, das auch 2016 zu wiederholen. Einige der Städte, die in der 2015er-Liste aufgetaucht sind, hätten sich auch 2016 wieder in der Top 5 einnisten können. Und zugegebenermaßen steht Paris für mich irgendwie immer auf dieser Liste. Doch die folgenden fünf Städte haben aus sehr unterschiedlichen Gründen ihre Plätze unter den fünf Schönsten auf jeden Fall verdient.

Berlin

Meine Heimat. Berlin. Wie München für mich 2015 eine Überraschung war, ist es 2016 Berlin. Ich habe immer gerne in Berlin gelebt, hätte mir meist nicht vorstellen können, in einer anderen Stadt (in Deutschland) zu leben. In den vergangenen Jahren jedoch hatte die Freude am Berliner Leben merklich abgenommen. Es hatte sich so viel Selbstverliebtheit, Kreativitätswahnsinn und Essenhysterie breit gemacht, dass ich meiner Heimat sehr oft nicht mehr gerne ins Gesicht schaute.

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2016 jedoch ist die Liebe zu Berlin zu mir zurückgekehrt. Das kann daran liegen, dass ich – bürolose Freelancerin, die ich für einen Sommer war – sehr viel in der Stadt unterwegs war. Meist mit dem Fahrrad habe ich Co-Working-Büros und Cafés mit WLAN getestet. Und dabei meine Heimat mit neuen Augen gesehen. Den weitläufigen Park am Gleisdreieck mit seinen erstaunlichen Graffiti-Wänden für mich entdeckt. An vielen schönen Orten zu Mittag gegessen. Zum ersten Mal auf der Siegessäule gestanden. Jetzt habe ich wieder einen Platz in einem wunderbaren Büro. Und schaue sehr gerne zum Fenster hinaus, auf diese Stadt, meine Heimat, Berlin.

Breslau

Eine schöne Tradition will es, dass ich einmal mit Jahr mit drei lieben Freunden zu einem verlängerten Wochenendtrip aufbreche. Nachdem wir Lyon und Lissabon besucht hatten, war uns 2016 nach etwas Beschaulicherem, Näherem, Günstigeren. Und so landeten wir in der Kulturhauptstadt Breslau oder auch Wroclaw.

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An vielen Ecken erinnerte mich diese Stadt an Berlin vor fünfzehn Jahren. Die Brüche zwischen schick und schäbig. Die Kultur in hervorragenden Museen und an den Straßenecken. Die Offenheit und Lust auf Experimente. Besonders gut hat mir Breslau immer dort gefallen, wo das Alte noch nicht aufgerüscht, aber auch nicht verfallen war. Wo es Zeuge der Vergangenheit war und einen kleinen Blick in die Zukunft erlaubte. Und natürlich nicht zu vergessen: Die überaus freundlichen Einheimischen, das gute Bier, das leckere Essen. Der letzte Ausflug nach Wroclaw war das sicher nicht.

San Sebastián

Von meinem ersten Besuch in San Sebastián 2013 sind vor allem das gute Essen und die schönen Strände in Erinnerung geblieben. Und, was soll ich sagen: 2016 habe ich noch besser gegessen (und das ganz ohne Sterberestaurant, von denen es hier im spanischen Norden ja so überaus viele gibt) und das Meer hatte eine Temperatur, bei der man sich in die Fluten stürzen konnte.

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Auch San Sebastián war 2016 Kulturhauptstadt, was man leider vor allem an den stark gestiegenen Übernachtungspreisen gemerkt hat. Mit etwas Glück haben wir noch ein bezahlbares Zimmer bekommen und konnten mittags Riesenportionen Eis von Oiartzun oder der Gelateria Boulevard genießen und abends durch die wunderbaren Pintxo-Bars ziehen. Könnte sein, dass ich auch 2017 wieder vorbeischaue…

Prag

Mein erster Besuch in Prag, eine Studienfahrt zu Schulzeiten, ist schon sehr, sehr lange her. An mehr als das Geburtshaus von Kafka konnte ich mich nicht erinnern. Und so war der zweite Besuch im schneidend kalten Januar 2016 fast wie eine Premiere.

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Drei Nächte in der tschechischen Hauptstadt mit zwei lieben Freundinnen hieß: Wunderschöne Bauwerke mit Puderzucker-Haube. Stille Momente selbst auf der (so hörte ich) zu Sommerszeiten überquellenden Karlsbrücke. Ein spannendes Museum für moderne Kunst, das DOX Centre for Contemporary Art. Und natürlich überaus leckeres tschechisches Bier, mit dem man besonders gut die Sprache der Einheimischen lernt

Meersburg

Dass die kleine Stadt am Bodensee es in diesem Jahr unter die Top 5 geschafft hat, ist auch eine kleine Überraschung. Denn schon seit ich laufen kann, besuche ich Meersburg mehrmals im Jahr. Kenne seine wunderbare Stille im Winter und die Touristenhorden in den Sommermonaten. Das wunderbare Gefühl, im weichen Wasser des Sees zu schwimmen und die vergebliche Suche nach gutem Eis in der Innenstadt.

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Die Platzierung in der Top 5 hat vor allem persönliche Gründe. Die Familie, der ich hier nah sein kann. Das Wochenende mit Freunden im Februar mit wunderbaren Momenten, so etwa beim Weingut Aufricht. Die Ruhe, die diese Gegend rund ums Schwäbische Meer auf mich ausstrahlt, in der ich mich immer Zuhause fühle, obwohl ich hier eigentlich nie wirklich zu Hause war.

 

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